Sonderausstellung "Verschleppung, Internierung, Flucht und Vertreibung"

Am 13.04.2019 eröffnet die neue Sonderausstellung des Grenzlandmuseums Bad Sachsa.

Im 30. Jubiläumsjahr der Grenzöffnung der DDR zur Bundesrepublik wartet das Grenzlandmuseum Bad Sachsa mit einer Sonderausstellung zu „Verschleppung, Internierung, Flucht und Vertreibung“ auf. Die Sonderausstellung zeigt die Ursachen und die Handhabung der Völkerwanderungen gleichkommenden Migrationsbewegungen der Kriegs- und Nachkriegszeit auf, die in ihren Auswirkungen wesentlichen Einfluss auf die Errichtung der später so benannten innerdeutschen Grenze hatten. Die Migrationen stellten
eine Herausforderung für die sich neu ordnenden Staaten Europas dar und nahmen in Deutschland unmittelbaren Einfluss auf die Gestaltung und Entwicklung des neuen
staatlichen und gesellschaftlichen Lebens. Die Sonderausstellung gibt einen Überblick über die Situation und das Schicksal der „Displaced Persons“ im Südharz, der zwangsweisen Aussiedlung der Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten und der sich daran anschließenden innerdeutschen Fluchtbewegungen. Die schieren Zahlen dieser ganz Europa betreffenden Flucht- und Abwanderungsbewegungen verdeutlichen, welche besonderen Schwierigkeiten und Herausforderungen sich für die Administrationen, vor allen Dingen aber für das gesellschaftliche Miteinander in den vom Krieg gezeichneten europäischen Staaten ergaben. Besonders bemerkbar machte sich hierbei die seit 1949
zunehmende und mit der Grenzabriegelung 1952 sprunghaft ansteigende Binnenmigration in Deutschland, zu deren Verhinderung oder Unterbindung die DDR schließlich ihre
„Staatsgrenze West“ zu einem hermetischen Bollwerk ausbaute, aber Flucht und Abwanderung trotz allem nicht verhindern konnte. Anhand erstmals in der Öffentlichkeit
gezeigter Dokumente des ITS-Bad Arolsen (International Tracing Service, die Nachfolgeorganisation der International Refugees Organization der Vereinten Nationen) wird die besondere Situation der zur Arbeitsleistung nach Deutschland verbrachten Zivilisten und Kriegsgefangenen, der von den Alliierten so genannten „Displaced Persons“ in der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit aufgezeigt. Die Sonderausstellung steht im Kontext zur bestehenden Dauerausstellung des Museums und zu aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussionen und ist bis zum Jahresende zu sehen.

Am Eröffnungstag gilt in der Zeit von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr freier Eintritt in das Museum.